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Pure Lebensfreude

Was war da bloß im Kulturhaus von Salzwedel los? Der Boden vibrierte, die Zuschauer jubelten. „MeinTon“ aus Neumünster kamen zum „local heroes“-Bundesfinale 2015, sahen und siegten. Dem Label „Escape Artists“ gefiel ihr Auftritt nämlich derart gut, dass Jakim und seine Bandkollegen am Ende eine eigenen Sonderpreis erhielten...

„Hier verliert sich nichts in hochgestapeltem Gefrickel oder wannabe-krassen Texten. Alles sitzt da, wo es hingehört“, sagen MeinTon selbst über ihre Musik. (Foto: Aktion Musik // Local Heroes e.V.)

Selbst, derjenige, der sie noch nicht persönlich kennt, wird beim Betrachten ihres Bandfotos unvermittelt zu einem breiten Strahlen hinreißen lassen. MeinTon aus Schleswig-Holstein sind aber nicht nur optisch absolute Sympathieträger. Bereits im Vorfeld des Bundesfinales setzten sich die Neumünsteraner gegen insgesamt 40 andere Formationen durch, um sich letztlich in der Kieler Pumpe ihr Ticket für Salzwedel zu sichern. „Mit ihrem selbsternannten Post-Pop, der sich unter anderem aus Rock, Punk und Indie speist, haben die Neumünsteraner den interessantesten Ansatz zu bieten. Songs wie Wir Sind Die Kraft oder das als Ballade beginnende Schönheit warten emotional mit klugen Texten auf“, urteilte Thorben Bull von den Kieler Nachrichten.

(Foto: Aktion Musik // Local Heroes e.V.)

Nun stand für MeinTon also das große Bundesfinale im Kulturhaus in Salzwedel an. Dort gingen sie am 7. November mit der Startnummer sechs ins Rennen. Sie erhielten am Ende des Abends nicht nur einen Sonderpreis, den das Label Escape Artists und local heroes zusammen vergaben, sondern wurden auch dritte in der Publikumswertung. Verbunden ist der Sonderpreis mit einer Singleproduktion und digitalen Veröffentlichung bei Escape Artists (gestiftet von Escape Artists), einem Tourbus-Gutschein im Wert von 250,- Euro von Touralarm, um zur Studioproduktion nach Köln zu fahren sowie ein Promotionpaket zur Single, ein Förderpreis gestiftet vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt.

Tosender Applaus schon zum Start, ein vibrierender Kulturhaus-Boden und Menschen, die ihren Bewegungsdrang überhaupt nicht mehr einstellen können: Das ist die pure Lebensfreude, in den Raum getragen von „MeinTon“, die an diesem Abend völlig zu Recht behaupten konnten „Wir geben Euch den Rest!“. Spätestens mit ihrer Ode an „Berlin“ hatten sie wahrscheinlich auch den letzten Zuschauer erwischt. Der teils glasklare und mitunter mehrstimmige Gesang, den die Truppe um Sänger Jakim zu bieten hatte, taten ihr Übriges, um auch den Letzten von ihrem Können zu überzeugen.

(Foto: Aktion Musik // Local Heroes e.V.)

„Ehrlich, direkt und tief, so begreifen sich MeinTon. (…) Klare Worte, eine klare Stimme und klare Riffs“, fassen die fünf Freunde das zusammen, was sie im Kern ausmacht. Post-Pop nennen sie das, was sie gemeinsam seit dem Frühjahr 2013 entstehen lassen und keiner bestimmten Sparte zugeordnet wissen möchten. Und der ist vor allem eines – authentisch. „Keine Ahnung, ob ich so klar damit wäre, Mucke zu machen, wenn es nicht diese Jungs wären“, sagt Sänger Jakim Schmidt „Jeder von uns geht für die Musik. Das mit meinen engsten Freunden teilen zu können, ist wirklich ein Geschenk.“ Entsprechend sind es auch Spaß, Professionalität und Freundschaft, die für MeinTon ganz oben auf der Liste stehen. „Wir wollen irgendwann von unserer Musik leben können. Uns ist es wichtig, den Spaß an der Sache nicht zu verlieren, professionell zu arbeiten und unsere Freundschaft zu genießen.“

Die Finalisten hatten im Rahmen des Bundesfinales nicht nur Gelegenheit, sich auf der großen Bühne zu präsentieren. Geladen wurden sie auch von Howie Yagaloo in dessen "Wohnzimmer". (Foto: Dani Red)

„local heroes“ sei bisher der am besten organisierte Bandcontest, an dem sie teilgenommen hätten. Allein das mache schon einen sympathischen Eindruck, so das Quintett, das für seine Fans sogar einen Reisebus zum Bundesfinale organisiert hat. „Wir finden es super, dass der Focus nicht so auf Konkurrenz-Gehabe liegt, sondern auf dem gemeinsamen Rocken einer Veranstaltung. Eben miteinander - nicht gegeneinander.“

Hoch waren im Vorfeld auch die Erwartungen an Jury und Publikum. Danach gefragt, worauf diese wohl am meisten achten, erklären MeinTon: „Auf alles. Auf die Musik, die Arrangements, die Performance, den Ausdruck, auf die Lyrics, den Kontakt mit dem Publikum, den Kontakt in der Band, die einzelnen Musiker/Talente, auf die Professionalität beim Umgang mit Technikern u. Mitarbeitern und vieles mehr. Das Publikum achtet, glauben wir, vor allem darauf ob es mitgenommen wird. Interessiert mich das, was da oben abgeht? Holt es mich ab, vielleicht sogar wenn ich garnicht solche Musik höre?“

Ungewöhnliche Kulisse: In der hauseigenen local heroes-Badewanne macht das Fotoshooting sichtlich Spaß. (Foto: Dani Red)

local heroes würden sie vor allem wegen der Unterstützung der einzelnen Bands schätzen. Egal ob es bei der Vorrunde bleibe oder man es bis ins Finale schaffe, man bekomme immer etwas mit auf den Weg, um sich weiter zu entwickeln. Speziell das Finale sei für sie interessant, weil dort viele Leute aus der Musikbranche seien, so die Truppe im Vorab-Gespräch zum Bundesfinale.

Und wie geht es mit ihnen danach weiter? Genauso sympathisch, wie sie sich bereits auf den ersten Blick empfohlen haben: „Wir haben uns vorgenommen viel Live zu spielen, wieder frische Luft zu schnappen, neue Ideen zu sammeln, Inspirationen zu erleben um dann unsere Erlebnisse in unsere Musik einfließen zu lassen. Wir waren jetzt lang genug im Proberaum, um uns zu finden, jetzt wird es Zeit das wir von anderen Menschen gehört und gefunden werden.“

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