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„local heroes”-Bundesfinale 2018: „The Ladies Home Journal” ernten wilden Applaus

Am 10. November brachten insgesamt 14 Newcomer-Acts aus ganz Deutschland beim „local heroes“-Bundesfinale die Bühne im Kulturhaus von Salzwedel zum Beben. Für Sachsen war die Leipziger Band „The Ladies Home Journal“ ins Rennen gegangen und begeisterte Jury und Publikum.

The Ladies Home Journal live im Kulturhaus Salzwedel. (Foto: Dani Red / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Ungewöhnliche Gründungsanekdoten gibt es viele. Eine besonders schöne haben „The Ladies Home Journal“ aus Sachsen auf Lager. „Wir sind alle zusammen aus dem Park in den Proberaum gezogen“, erzählen sie dem „local heroes“-Team vor dem großen Bundesfinale in Salzwedel. Triebkraft hinter diesem Zusammenschluss war Frontmann Max, der „den Rest seiner Bandkollegen zusammentrommelte, um die größtenteils von ihm komponierten Songs zu arrangieren und auf die Leipziger Bühnen zu bringen“. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, wie Sarah, Paul, Raphael, Domenique, Bruno, Kirill und natürlich Max gestehen. Immerhin galt es für sieben junge Leute, „musikalisch und zwischenmenschlich zu einer Einheit zu werden, Aufgaben zu verteilen und zu der Band zu werden“, die sie heute sind. Gelungen scheint ihnen das bis dato mit Bravour, davon konnte sich das Publikum in Salzwedel beim local heroes-Bundesfinale am 10. November überzeugen.

Multiinstrumentale Live-Energie, Soul und Rap: Das ist das Erfolgsrezept der Band „The Ladies Home Journal“. (Foto: Dani Red / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Mit der Startnummer zwölf zeigen die Sieben als Repräsentanten ihres Heimatbundeslandes Sachsen einen „fruchtigen Mix aus den Stilrichtungen Funk, Dance-Pop und HipHop, vereinzelt gepaart mit Einflüssen aus Reggae oder zum Beispiel Folk“. Der Groove sei ihnen im Songwriting besonders wichtig, beim Spielen der Songs sei es der Flow. Ihr Ziel sei es, instrumental ganz nah beieinander sein und „die gemeinsame Vision des Songs umsetzen“. Den größten Wert legen sie jedoch „auf Spaß bei der gemeinsamen Sache“ und darauf, „den Leuten im Publikum eine schöne Zeit zu bescheren“. Ein vor dem großen Abend angesetztes, „intensives Bootcamp“ tat jedoch sein Übriges, um den Auftritt zu einer rundum gelungenen Sache werden zu lassen:

Was verbirgt sich hinter der Band „The Ladies Home Journal“? Moderator Howie Yagaloo standen sie im Foyer des Kulturhauses Rede und Antwort. (Foto: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Denn die Band zeigte ein vielseitiges, komplexes Programm, bei dem sowohl die eklektische Performance von Frontmann Max am Mikrofon und an den Percussions als auch die Stärken von Sängerin Sarah und den Instrumentalisten zur Geltung kamen. Das Publikum dankte es den sieben Musiker*innen durch ausufernde Tanzeinlagen und wilden Applaus.

Bei „local heroes“ mit von der Partie zu sein, habe sich für „The Ladies Home Journal“ übrigens schon jetzt ausgezahlt. „Wir sind dabei, weil wir den Bandclash für uns entscheiden konnten. Das war alles ziemlich klasse, vor allem das Finale wird uns lange in Erinnerung bleiben.“ Schon danach seien sie gefördert worden, konnten ins Studio gehen, ihre erste EP aufnehmen und neue Fans gewinnen. Nun freuen sie sich auf viele weitere, neue Bekanntschaften.

The Ladies Home Journal bei Howie Yagaloo auf der Foyerbühne. (Foto: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Doch gibt es auch konkrete Pläne für die Zeit nach „local heroes“? „Nach dem Bundesfinale werden wir einen neuen Pianisten einarbeiten, denn unser Raphael studiert künftig in den Niederlanden. ‚local heroes‘ war sein letzter Gig mit uns!“ Im März nächsten Jahres wollen The Ladies Home Journal ihre erste EP veröffentlichen und danach mit dieser Platte eine kleine Tour spielen. Darüber hinaus steht Songwriting auf dem Programm – bis zum nächsten Studiotermin.

Dass sie ihre vielseitigen Pläne auch künftig gemeinsam in die Tat umsetzen werden, davon sind die Sieben überzeugt. „Vertrauen ist besonders wichtig. Man muss sich auf jeden Einzelnen verlassen können. Außerdem sollte man auch außerhalb von Bühne und Proberaum Zeit miteinander verbringen und füreinander da sein. Bei uns wohnen vier von sieben in einer gemeinsamen WG, das ist schon mal ein Vorteil“, fassen sie ihr bodenständiges Erfolgsrezept zusammen.

Die „local heroes“-Finalisten 2018 konnten sich auf der unplugged-Bühne von einer völlig anderen Seite präsentieren. (Foto: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Was bei ihnen im Kleinen funktioniert, könnte ihrer Ansicht nach im Großen noch ein wenig besser laufen. Ihr Appell in Richtung Politik fällt daher deutlich aus: „Wichtig ist in unseren Augen die Förderung von Konzert- und Clubstätten. Vor allem in Leipzig machen viele Clubs zu, weil es nicht wirklich läuft. Kultur ist wichtig und sollte gefördert werden.“

Text: Nicole Oppelt/Lina Burghausen

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