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Local Heroes Bayern 2026 - Unterstützung mit Haltung, Herz und lauter Musik

„Mit unseren Unterstützern verbindet uns Freundschaft, Vertrauen und das Gefühl, sich aufeinander verlassen zu können.“ sagt Local Heroes Bayern Teammitglied Bragi. (Foto: Dani Red)

Neue Partner, langjährige Unterstützer und ein klares Ziel: Local Heroes Bayern bringt junge Musik auf die Bühne und zeigt, warum Kultur Menschen braucht, die einfach mit anpacken.

Am 26. Juni wird Rottershausen wieder zur Bühne für junge Musik aus Bayern. Beim Landesfinale von Local Heroes Bayern auf dem „Ab geht die Lutzi!“ geht es nicht nur um Auftritte, Applaus und einen besonderen Festivalmoment. Es geht auch um die Menschen, Unternehmen und Festivalmacher:innen, die Nachwuchskultur nicht nur als nette Randnotiz betrachten, sondern als gemeinsame Aufgabe.

Die Organisatorinnen Nicole Oppelt und Dani Straßner sind unglaublich glücklich und dankbar, dass Local Heroes Bayern auch 2026 wieder von so vielen Menschen und Unternehmen getragen wird. Diese Unterstützung sei keine Selbstverständlichkeit. Sie zeige, dass junge Musik in Bayern Menschen bewegt und dass es Partner:innen gibt, die nicht nur zuschauen, sondern aktiv mithelfen, Bühnen, Chancen und Begegnungen möglich zu machen. Mit dabei sind in diesem Jahr die pixelagenten, Cordial, König & Meyer, STOLZ Bauunternehmen, NadelNESt, die Posthalle Würzburg und natürlich das „Ab geht die Lutzi!“ selbst. Manche begleiten das ehrenamtliche Projekt schon lange, andere kommen neu dazu. Was sie verbindet, ist der Wille, jungen Musiker:innen Sichtbarkeit, Bühnen und Rückhalt zu geben.

Heiko und Caitlin von den pixelagenten unterstützen Local Heroes Bayern 2026 erstmals. Sie bringen genau die Mischung mit, die junge Musik braucht: klare Haltung, kreatives Handwerk und den festen Glauben daran, dass gute Songs vor Menschen gehören. (Foto: Caitlin Downs)

Warum die pixelagenten neu dabei sind

Neu im Kreis der Unterstützenden sind in diesem Jahr die pixelagenten. Dahinter steht Inhaber Heiko Weinbrenner, der seine Motivation in wenigen Worten ziemlich direkt auf den Punkt bringt. „Ich liebe Live-Musik. Ich mag Independent-Songs. Ich hasse Nazis. Also let’s go.“ Mehr Haltung passt kaum in vier Sätze. Das klingt rotzig, klar und sehr nach Local Heroes Bayern. Denn dieser Musikpreis lebt nicht nur von Acts, die sich trauen. Er lebt auch von Menschen, die nicht lange erklären müssen, warum Kultur Unterstützung verdient. Heiko Weinbrenner ist so jemand. Einer, der Musik nicht aus der Distanz betrachtet, sondern selbst aus dem Proberaum kennt.

2022 lernte Heiko Local Heroes Bayern eher zufällig kennen, als er selbst als Gast auf dem Festival unterwegs war. Während seine Tochter Kira beim Musikpreis bereits als Helferin eingeteilt war, sprang auch er spontan mit ein und wurde so vom Besucher zum Unterstützer. (Foto: Dani Red)

Ende der 1980er-Jahre habe er mit dem Schlagzeug angefangen, erzählt er. Was ihn damals angetrieben habe, beantwortet er mit trockenem Humor: „Die Aussicht auf Sex, Drugs und Rock’n’Roll.“ Diese Mission sei „super unerfolgreich“ gewesen, schmunzelt er. Heute hält ihn etwas anderes bei der Stange. Es mache einfach Spaß, in einer Rock-Coverband zu spielen und „wenn sich Menschen zu deiner Musik bewegen“. Genau diese Erfahrung ist entscheidend. Wer einmal gespürt hat, was passiert, wenn Musik Menschen erreicht, weiß, weshalb Bühnen so wichtig sind. Nicht nur die großen. Gerade die kleinen. Gerade die ersten. Gerade jene Auftritte, bei denen noch nicht alles perfekt ist, aber vieles möglich wird.

BaamBrass zeigten beim Landesfinale 2025, warum Auftrittsmöglichkeiten für junge Acts so wichtig sind. Erst auf der Bühne wird aus Proberaumenergie echte Begegnung, aus Songs ein gemeinsamer Moment und aus Nachwuchsförderung genau das, worum es bei Local Heroes Bayern geht. (Foto: Dani Red)

Mehr Bühnen statt mehr Phrasen

Nachwuchsförderung ist aus Sicht von Heiko Weinbrenner deshalb kein schmückendes Extra. Sie ist notwendig. „KI und Spotify kills the radio star“, sagt er zugespitzt. Förderung helfe auf dem Weg zu professioneller Musik. In einer Zeit, in der junge Acts zwischen Streaming, Algorithmen, Social Media, Finanzierung und Live-Aufbau zerrieben werden können, braucht es Orte, an denen Musik wieder unmittelbar passiert. Seinen größten Wunsch formuliert Weinbrenner entsprechend knapp: „Auftrittsmöglichkeiten!!!“ Drei Ausrufezeichen, keine Umwege. Für ihn liegt der dringendste Unterstützungsbedarf dort, wo Musik wieder vor Menschen stattfinden kann. Kommunen und Städte müssten mehr kleine Festivals als Plattform unterstützen. Selbst bei normalen Stadtfesten könnten am Rand alternative Events angeboten werden, um Musik zurück zu den Menschen zu bringen. Damit trifft er einen Kern von Local Heroes Bayern. Der Musikpreis ist kein digitales Schaufenster und keine abstrakte Fördermaßnahme. Er bringt junge Musiker:innen auf eine Bühne, in ein Umfeld, in ein Netzwerk. Er schafft Begegnungen, die kein Stream ersetzen kann. Weinbrenners eigene Formel dafür lautet: „Bring the music back to the people.“ Dass er selbst nie in den Genuss einer Förderung gekommen ist, erzählt er ohne Bitterkeit. Vielleicht ist genau das ein Grund, warum sein Engagement so glaubwürdig wirkt. Er weiß, wie viel Zufall, Eigenleistung und Durchhalten im Musiker:innenleben stecken. Und er weiß, wie viel ein konkreter Auftritt, ein Kontakt oder ein offenes Ohr verändern kann.

Auch beruflich passt dieses neue Engagement erstaunlich gut zu Local Heroes Bayern. Die pixelagenten beschreibt Weinbrenner als „eine kleine Werbeagentur im Zentrum vom Nirgendwo im Landkreis Ansbach“. Dort gibt es veredelte Textilien, Drucksachen, Werbemittel und Beschriftungen auf alles Fahrbare. Und, wie er sagt, „immer laute gute Musik, ’ne Kippe und ’nen Kaffee gratis“. Man muss diesen Satz nicht glätten. Er erzählt ziemlich viel. Über ein Unternehmen, das nicht steril wirken will. Über einen Inhaber, der seine Sprache nicht gegen Marketingfloskeln eintauscht. Und über einen Unterstützer, der offenbar genau versteht, warum ein Projekt wie Local Heroes Bayern nicht nur Geld, sondern Charakter braucht.

Ein Netzwerk, das junge Musik trägt

Doch die pixelagenten stehen 2026 nicht allein. Auch langjährige Partner:innen bleiben an der Seite des bayerischen Landesfinales. Cordial aus Dachau zählt zu den bekanntesten Kabelherstellern im professionellen Musik- und Veranstaltungsbereich. Das Unternehmen steht für hochwertige Audio-, DMX- und MIDI-Kabel und verbindet technische Verlässlichkeit mit nachhaltiger Ausrichtung. Für junge Acts ist diese Nähe zur praktischen Musikrealität besonders wertvoll.

König & Meyer aus Wertheim bringt ebenfalls eine lange Verbindung zur Musikbranche und mittlerweile auch zu Local Heroes Bayern mit. Das familiengeführte Unternehmen steht seit Jahrzehnten für Notenpulte, Instrumentenständer, Mikrofonständer und Medientechnik „Made in Germany“. Dabei geht es nicht nur um Produkte, sondern auch um ein Selbstverständnis, das Qualität, Verantwortung und Musikbegeisterung zusammendenkt.

STOLZ Bauunternehmen aus Hammelburg, ebenfalls seit langer Zeit dabei, zeigt, dass Kulturförderung nicht nur aus der Musikbranche kommen muss. Das traditionsreiche Bauunternehmen ist regional verwurzelt und steht für mittelständisches Engagement. Geschäftsführer Alexander Stolz kennt die Bedürfnisse der lokalen Musikszene aus eigener Erfahrung und verbindet wirtschaftliche Verantwortung mit echter Nähe zur Kultur.

Auch NadelNESt aus Bad Neustadt bleibt Teil dieses Unterstützer:innenkreises. Das von Frauen geführte Tattoo- und Piercingstudio steht für kreative Arbeit, Sichtbarkeit und eine klare Haltung. Inhaberin und Musikerin Madlen Wittmann weiß, wie wichtig Orte sind, an denen Menschen sich ausdrücken können, künstlerisch wie persönlich. Damit passt NadelNESt sehr genau zu einem Projekt, das jungen Musiker:innen nicht nur eine Bühne, sondern auch Vertrauen geben will.

Die Posthalle Würzburg gehört ebenfalls zu den wichtigen Partnern. Als vielseitiges Veranstaltungszentrum in Nordbayern steht sie seit Jahren für Konzerte, Clubnächte, Comedy, Benefizveranstaltungen und ein Programm, das kulturelle Vielfalt ernst nimmt. Dass Local Heroes Bayern auch 2026 auf diese Unterstützung zählen kann, ist nicht selbstverständlich. Noch bevor klar war, wie es mit der Posthalle weitergehen würde, sagte Joachim Schulz vom Fleck weg erneut seine Hilfe zu. Dieses schnelle Ja zeigt, dass hier nicht nur eine Institution unterstützt, sondern Menschen Verantwortung übernehmen, wenn junge Musik Rückhalt braucht.

Nicole Oppelt mit Jojo Schulz (Foto: Dani Red)

Und dann ist da natürlich das „Ab geht die Lutzi!“ selbst. Seit Jahren ist das Festival nicht nur Austragungsort des bayerischen Landesfinales, sondern Gastgeberin, Möglichmacherin und unermüdliche Unterstützerin zugleich. Für Local Heroes Bayern ist diese Partnerschaft ein großes Geschenk. Die „Lutzi“ stellt nicht einfach eine Bühne bereit, sondern öffnet ihr Festival für junge Acts, für Nachwuchskultur und für ein Team, das dort jedes Jahr mit offenen Armen empfangen wird. Dafür ist Local Heroes Bayern enorm dankbar.

Weniger Phrasen. Mehr Bühnen. Weniger Distanz.

Zusammen entsteht daraus ein Netzwerk, das Local Heroes Bayern trägt. Es geht um Technik, Räume, Erfahrung, Kontakte, Sichtbarkeit, Haltung und praktische Hilfe. Es geht um Menschen, die ihre Möglichkeiten einbringen, damit junge Musiker:innen mehr bekommen als gute Wünsche. Das Landesfinale am 26. Juni auf dem „Ab geht die Lutzi!“ wird deshalb nicht nur ein Abend für die Acts auf der Bühne. Es wird auch ein sichtbares Zeichen dafür, wie Nachwuchskultur funktionieren kann, wenn unterschiedliche Partner:innen zusammenstehen. Nicht als Sponsoringkulisse. Sondern als echtes Bündnis für Musik.

Sie steht für etwas, das Local Heroes Bayern mindestens genauso trägt wie Bühnen, Technik und Organisation: Freundschaft. Manche Menschen sind nicht einfach nur Teil eines Projekts, sie werden zu festen Ankerpunkten. Madlen ist so ein Mensch. Wundervoll, verlässlich, herzlich und immer da, wenn man sie braucht. Genau solche Verbindungen machen aus Local Heroes Bayern mehr als einen Musikpreis. (Foto: Dani Red)

Heiko Weinbrenners Sätze wirken dabei wie ein lauter, ungeschönter Einstieg in dieses Jahr. Live-Musik lieben. Independent-Songs feiern. Nazis hassen. Musik zurück zu den Menschen bringen. Auftrittsmöglichkeiten schaffen. Das ist keine komplizierte Fördertheorie. Es ist ein ziemlich klares Programm. Und vielleicht braucht junge Musik genau das. Weniger Phrasen. Mehr Bühnen. Weniger Distanz. Mehr Menschen, die sagen: Also let’s go!

Text: Nicole Oppelt

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