Stark, vielschichtig und einzigartig: Das sind die diesjährigen Top5 kaulbærk, Plume, Lauraine, Sven Ormen, und Igerl. (Foto: Line Tsoj)
Fünf ausgewählte Newcomer-Acts präsentieren sich am 26. Juni im Local Heroes Bayern-Landesfinale auf dem „Ab geht die Lutzi“.
Die Entscheidung ist gefallen: Die Local Heroes Bayern-Jury hat ihre Top 5 für das Landesfinale 2026 benannt. Zwischen Heavy-Pop, Indie-Poesie, Pop-Hymnen und emotionalem Gitarrensound setzen sich fünf Acts durch, denen die Expertinnen und Experten eine klare künstlerische Handschrift, enormes Entwicklungspotenzial und echte Bühnenkraft attestieren. Für Plume, kaulbærk, Sven Ormen, Igerl und Lauraine heißt es nun volle Kraft voraus – und für die Fans: Daumen drücken!
Es wird von Jahr zu Jahr spannender, enger und für die Local Heroes Bayern-Fachjury vor allem eines: anspruchsvoller. „Durchwegs geile Mugge“, darin sind sich die Expertinnen und Experten einig und zeigen sich gegenüber dem bayerischen Organisationsteam in heller Aufregung. Schließlich geht es um die alles entscheidende Frage, wer am Ende wirklich zur „Lutzi“ darf. Gleichzeitig fällt ihnen auf, wie professionell viele Acts inzwischen auftreten. Das Material wirke „musikalisch vielseitig“ und ästhetisch durchdacht, so die Fachleute. Ein Eindruck, hinter dem viel harte und vor allem sorgfältige Arbeit steckt: Immerhin gilt das mehrstufige Auswahlverfahren von Local Heroes Bayern mittlerweile als echter Garant für musikalische Qualität.
Diese fünf starken Newcomer-Acts wurden ins Local Heroes Bayern Landesfinale gewählt. Sie spielen am 26. Juni auf dem Ab geht die Lutzi-Festival um den Einzug ins Bundesfinale: kaulbærk, Plume, Lauraine, Sven Ormen und Igerl. (Foto: Pressematerial)
Top5: Die Essenz aus verschiedenen Blickwinkeln
„Wir sind begeistert, dass wir Plume sowie Lauraine aus München, kaulbærk aus Bamberg, Sven Ormen aus Regensburg und Igerl aus Mühldorf am Inn diesen Sommer auf dem Landesfinale begrüßen dürfen“, freut sich die bayerische Organisatorin Dani Straßner über das diesjährige Ergebnis. Gemeinsam mit ihren ehrenamtlichen Weggefährtinnen und -gefährten fieberte sie der Jury-Entscheidung entgegen. Prognosen wagten sie nicht. Und schon gar keine kühnen Vorhersagen: „Wir sind dankbar, dass wir eine so vielseitige Jury haben, die die Acts aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln in Augenschein nehmen und so ein möglichst faires Gesamtklassement entwickeln kann“, ergänzt Dani Straßners Kollegin, Nicole Oppelt. „Wir vertrauen auf ihre langjährigen Erfahrungen unter anderem als Musiker:innen, Produzent:innen, Tochtechniker:innen, Vocalcoaches oder auch als Veranstaltende.“
Wer sind also diese fünf Acts, die sich im kommenden Juni nicht nur einen Slot auf einem der beliebtesten Festivals der Region gesichert haben, sondern darüber hinaus die Chance bekommen, sich ihren Platz im Local Heroes-Bundesfinale 2026 zu erspielen?
Toller Stilmix und krasse Liveshow
Da ist zunächst einmal Plume. Sie kommen aus dem Metalcore und setzen genau dort an, wo Härte und Gefühl nicht gegeneinander laufen, sondern gemeinsam Druck machen. Die Band arbeitet „mit eingängigen Hooks und catchy Melodien“ und orientiert sich klar an modernen Produktionen. Für Juror Felix Mannherz, der seit vielen Jahren das Coaching im Bundesfinale übernimmt, ist Plume vor allem deshalb spannend, weil sie „einen echt tollen Mix von Stilen schaffen“ und „sehr schöne musikalische Ideen“ mitbringen. Für den Musikjournalisten und Autor Dr. Ole Löding stechen Plume vor allem „durch die überraschenden Synthies“ hervor. Aus dem Umfeld des Verbands für Popkultur in Bayern e.V. (VPBy) wird die Perspektive noch konkreter: Das kommende Album sei „super“, verrät die Projektmanagerin und Singer-Songwriterin Elena Steri schon jetzt.
„Ein spannender Stil, der stimmlich viel abverlangt und hier mit der nötigen Schärfe präsentiert wird“, sagt Musikerin und Vocal-Coach Anja Kullmann über Plume. (Foto: Jessy Romero Walter)
Mitreißender Indie für die große Bühne
Ganz anders sind kaulbærk. Das Duo aus Bamberg verortet sich selbst irgendwo zwischen „Indie-Pop und Schlafzimmerpoesie“. Ihre Mission: Sie möchten ein „Bild von zarter Rebellion auf Bierdeckelgröße“ zeichnen. Ein wahrhaft charmanter Gedanke – direkt aus dem Herzen von Deutschlands wohl bekanntester Bier-Hochburg. Felix Mannherz haben kaulbærk „vor allem stimmlich und mit der Ruhe der Arrangements überzeugt“. Dr. Ole Löding formuliert seinen Eindruck schon fast wie ein Auftrag: kaulbærk „machen die Hörwelt größer“. Für den Fachmann ist klar: Das ist „mitreißender Indie für die große Festivalbühne“. Das klingt absolut „nicht nach Newcomer“, ist er überzeugt. Damit manifestiert sich der fachliche Eindruck, der schon in der Top20-Runde zum Local Heroes Bayern-Team drang: „Schöne und umfangreiche Stimme; catchy hooklines; autentisch und emotional!“
„Es gibt Bands, bei denen einfach alles stimmt“, freut sich Jurorin Anja Kullmann über die Entdeckung von kaulbærk. „Die Chemie zwischen den Musikern ist greifbar. Ein Zusammenspiel, das durch blindes Vertrauen und Präzision besticht.“ (Foto: Pressematerial)
Optimismus und Lebenshunger
Solo-Künstler Sven Ormen reist aus Regensburg nach Rottershausen. Was das Publikum von ihm erwarten kann? Viel! Er hat einen Mix aus Indie-Pop, Singer-Songwriter und Indie-Rock im Gepäck, getragen von eingängigen Strukturen, viel Gefühl und – das ist wohl am wichtigsten – jeder Menge Optimismus und Lebenshunger. Experte Felix Mannherz erkennt bei dem jungen Mann gleich zwei Dinge, die im Pop selten zu trennen sind, aber hier offensichtlich aufs Beste zusammenkommen: „Stimme“ und „das Gefühl für Melodien“. Dr. Ole Löding hatte beim Anhören offenbar gleich einen weiteren Gedanken. Er meint: Das sei „ein Sound wie gemacht für die Airplay-Charts“, „frisch, gefühlig, hookig“. Mit professionellem Support könne das „ganz groß“ werden, so seine Prognose. Seine Jury-Kollegin Elena Steri ist ebenfalls begeistert. Für sie macht Sven Ormen „richtig richtig coole Pop-Produktionen“.
„Die Produktion bewegt sich stilsicher zwischen Indie-Vibe und moderner Pop-Ästhetik. Besonders die Symbiose aus den instrumentalen Arrangements und der wehmütigen Stimme erzeugt eine dichte Atmosphäre“, lobt Jurorin Anja Kullmann die Songs von Sven Ormen. (Foto: Pressematerial)
Irgendwo zwischen Heisskalt, Kettcar und Casper
Igerl wiederum ist dem Local Heroes Bayern-Publikum bereits bestens bekannt. Beim Landesfinale 2025 unterstützte er seinen Kollegen Brainscha auf der Zeltbühne. Nun ist seine Zeit gekommen. Igerl startete 2022 als Soloprojekt in Innsbruck. „Schnell entwickelte sich daraus eine Mischung aus deutschsprachigem Fullband Pop Punk und emotionaler Verletzlichkeit“, erzählt er selbst. Dazu kommt Live-Erfahrung in Serie: über 100 Konzerte, Support für mehrere Acts, und eine klare Verortung in der Gitarrenmusik, musikalisch irgendwo zwischen Heisskalt, Kettcar und Casper. Dr. Ole Löding begründet seine Top5-Nennung bei Igerl mit einem Satz, der wie ein Versprechen klingt: Denn er ist sich sicher, Igerl hat „das größte Entwicklungspotenzial“. Seine Kollegen attestieren dem Künstler darüber hinaus einen „spannenden twist“ im Genre. Oder wie Musikerin und Vocal-Coach Anja Kullmann es ausdrückt: „Echt und sympathisch. Ich bin an seiner Musik hängen geblieben, weil man die pure Sympathie direkt aus seiner Stimme heraushört. Man spürt in jedem Ton, wie ehrlich und echt er seinen bayerischen Rock-Pop durchzieht. Es ist genau dieser herzliche Sound in der Stimme, der den eingängigen Song so besonders macht. Authentischer und sympathischer kann Mundart-Pop nicht klingen.“
„Urbaner Slacker-Indie wie ClickClickDecker aus den 2010ern – Ein Mann, eine verzerrte Gitarre, und ganz große Gefühle“, freut sich Dr. Ole Löding über die Entdeckung von Igerl. (Foto: Paul Ambrusch)
Diversität als Selbstverständlichkeit
Komplettiert werden die diesjährigen Top5 von Lauraine aus München. Sie verbindet Pop, Indie und elektronische Elemente. Oder wie sie es selbst beschreibt: „Der Sound hat das Neon abgelegt und pulsiert nun mit poppiger Wärme und klarer Kante. Drum-and-Bass-Impulse treiben die Songs voran wie ein Herzschlag, der nicht lügt.“ Dazu gibt es eine klare Haltung: Femininer Ausdruck ohne Klischee, Diversität als Selbstverständlichkeit – und das künftig auch auf Deutsch. Denn Lauraine erfindet sich gerade neu und sagt dazu selbst: Es wird „deutschsprachig, wacher, zugänglicher, trotzdem tief“. Das fiel der Jury, die schon mal in das neue Material hineinschnuppern durfte, schon in der Runde für die bayerischen Top 20 auf. So urteilte etwa Cosima Sokol die bis Ende 2025 federführend auf der Local Heroes-Bundesebene aktiv war: „Die deutschen Songs sind echt gut. Tolle Sängerin, hat eine tolle Ausstrahlung!“ Andere Kolleg:innen zeigten sich ebenfalls begeistert. Eindrücke wie „total ungewöhnlich und dementsprechend auffällig“ oder „geile Elektromucke; mega Stimmumfang; interessante Texte“ erreichten das Team schon zu Beginn des Jahres. Angefangen hat bei ihr übrigens alles am Klavier, später kamen Gitarre und Songwriting dazu. Die Local Heroes Bayern-Jury hört aber auch in der zweiten Runde vor allem eines sofort: Eine „fantastische Stimme“. Elena Steri formuliert es sogar noch etwas „schärfer“. Für sie sei Lauraine eine „stronge Vocalist“.
Lauraines neuer Weg sei spannend, meint Jurorin Anja Kullmann. „Wenn sie jetzt noch mit Elementen wie dem Falsett spielt, wird das ein echtes Kraftpaket. Ich freue mich auf alles, was da noch kommt.“ (Foto: Deza Realdy)
Top5! Das ist schon ein „kleiner Ritterschlag“
Das sind sie also, die aktuellen Top5 von Local Heroes Bayern. Dass bereits diese Platzierung ein „kleiner Ritterschlag“ sein kann, weiß nicht nur das Organisationsteam, sondern auch die Jury. „Insgesamt fällt mir auf, dass das Niveau der Produktionen immer besser wird. Die klassischen Garagenbands sind so gut wie verschwunden“, ordnet zum Beispiel Felix Mannherz die Landesfinalist:innen in den Gesamtkontext ein. Wert lege er bei der Bewertung unter anderem auf Authentizität und auf das Gefühl, dass er etwas Neues höre. Seine Kollegin Elena Steri wiederum achtet „auf musikalische Alleinstellung, die Live-Performance, Lyrics und die Artist-CI“. Ihr Kollege, der bekannte Produzent Jens Schneider legt hingegen vor allem „Wert auf Originalität, Zeitgeistigkeit und professionellen Auftritt“.
„Brennen“ für den Sound
Musikerin und Vocal-Coach Anja Kullmann, die erstmals eine Jury-Position bei Local Heroes Bayern inne hat, setzt den Fokus auf das Zusammenspiel: Entscheidend sei für sie „die absolute Harmonie zwischen Musik und Gesang“. Daher betrachte sie die Bewerberinnen und Bewerber fernab von Genre-Grenzen, „da jede Musikrichtung ihre ganz eigenen Besonderheiten besitzt.“ „Ich achte besonders darauf, wie sich die Stimme und die Instrumente umschließen, sodass die Musik den Gesang trägt, statt ihn zu übertönen.“ Besonders schätze sie, wenn nicht „unnötig experimentiert wird, nur um zu zeigen, was man technisch alles kann“. Das zeuge von musikalischer Reife. Auch die Lyrik spiele eine zentrale Rolle für sie. Denn Texte müssten „emotional glaubwürdig vermittelt werden und perfekt mit der Stimmung des Instrumentals harmonieren“. Ihr Fazit: „Man spürt bei allen Bewerbern, dass sie mit vollem Herzen dabei sind. Unabhängig vom Genre hört man bei jeder Band das enorme Bemühen und die pure Lust an der Musik heraus. Genau dieses ‚Brennen‘ für den Sound macht das Ganze so authentisch und schön zu hören.“
Hier könnt ihr in die TOP5 von Local Heroes Bayern 2026 reinhören:
„Raus aus den großen Mega-Venues und rein in die kleinen stickigen Clubs“
Oder wie es Dr. Ole Löding sagt: „Auch 2026 zeigen die Newcomer:innen aus dem Süden, wie man die E-Gitarre aufdreht, den Bass brummen und die Double-Bass flackern lässt. Rockbands sind was von gestern? Pustekuchen, wenn man hört, wie die jungen Artists aus Bayern mit Druck, Kreativität und Leidenschaft neues Leben in das Genre riffen.“ Aber Bayern ist in seinen Augen noch viel mehr: „Urbaner, zeitgeistiger Neo-Soul. Gefühlvoller Songwriter-Indie. Glitzernder Mainstream-Pop. Atmosphärischer, jazziger Hyper-Pop.“ Die Vielfalt sei auch 2026 erstaunlich und trage eine klare Botschaft: „Raus aus den großen Mega-Venues und rein in die kleinen stickigen Clubs. Echte musikalische Kreativität und Innovation lässt sich nur dort entdecken.“
Diesem eindringlichen Appell kann auch das Local Heroes Bayern-Team nichts hinzufügen. „Ein breites Bewerber:innen-Feld, dann die Auswahl der Top20 und nun noch eine Begutachtung durch echte Profis ihres Faches – die fünf Landesfinalist:innen haben sich ihren Platz auf der Bühne in Rottershausen redlich verdient“, ist man sich bei Local Heroes Bayern einig. „Wir freuen uns tierisch auf den 26. Juni und eine unfassbar gute Party!“
Vorstellung der TOP5:
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Text: Nicole Oppelt
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Local Heroes Bayern ist ein Riesenprojekt. Gestemmt wird es ehrenamtlich und damit unabhängig. Das ist auch gut so! Doch ohne Unterstützer für die gemeinsame Sache geht es nicht. Support bekommt das Local Heroes Bayern-Team von
König & Meyer,
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Posthalle Würzburg und natürlich dem
Ab geht die Lutzi-Festival. Ohne diejenigen, die an Local Heroes Bayern und vor allem die teilnehmenden Künstler glauben, könnte so ein Projekt nicht realisiert werden.
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